UNESCO Weltdokumentenerbe

Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Archive und Einrichtungen nach der Urkundenübergabe durch Irina Bukova und Walter Hirche; Landesarchiv Berlin, Foto: Thomas Platow

Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Archive und Einrichtungen nach der Urkundenübergabe durch Irina Bukova und Walter Hirche;
Landesarchiv Berlin, Foto: Thomas Platow

Filmdokumente aus dem Landesarchiv Berlin zum UNESCO-Dokumentenerbe erklärt.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des UNESCO-Programms „Memory of the World“ fand am 10. Oktober 2012 der offizielle Festakt zur Urkundenübergabe für die Eintragung „Bau und Fall der Mauer und der Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990“ in das UNESCO-Register „Memory of the World“ im Europasaal des Auswärtigen Amtes statt.

2011 hat die UN-Kulturorganisation UNESCO auf Empfehlung des Internationalen Komitees „Memory of the World“ den Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990 sowie 14 weitere Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer als neuen deutschen Beitrag in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen, darunter zwei Filmdokumente aus dem Landesarchiv Berlin.

Gespräch zweier Freundinnen über die Mauer an der Harzer Straße an der Sektorengrenze Neukölln/Treptow, 23. August 1961. Landesarchiv Berlin, Foto: Horst Siegmann; F Rep. 290, Nr. 76482

Gespräch zweier Freundinnen über die Mauer an der Harzer Straße an der Sektorengrenze Neukölln/Treptow, 23. August 1961.
Landesarchiv Berlin, Foto: Horst Siegmann; F Rep. 290, Nr. 76482

In das Weltregister „Memory of the World“ fanden zum einen authentische Filmsequenzen aus dem Jahre 1961 Aufnahme, die den Bau der Berliner Mauer dokumentieren: Zu sehen sind beispielsweise die Flucht einer Familie aus einem Fenster im Erdgeschoss eines Hauses in der Bernauer Straße, zugemauerte Haustüren und Fenster, die Montage von Stacheldraht auf der Mauer und auf Dächern, der Aufmarsch von Grenzsoldaten, der Mauerbau am Brandenburger Tor sowie winkende und miteinander redende Menschen auf beiden Seiten der Mauer.

Das andere einzigartige Filmdokument zeigt die Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy, in Berlin vor dem Rathaus Schöneberg am 26. Juni 1963, wo er vor 400 000 Zuhörern die unvergessenen Worte fand: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf sagen zu können: Ich bin ein Berliner!“.

Die von der UNESCO gewürdigten zwei 35-mm-Filme des Landesarchivs Berlin wurden vom damaligen Stadtbildchronisten Hans Jaehner (1919 – 2005) aufgenommen, der somit posthum eine weltweite Anerkennung seiner Arbeit erhält.

Bei den übrigen zum Welterbe erklärten Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer handelt es sich um weitere Originalfilmaufnahmen, Schriftstücke und Fotos, die von unterschiedlichen Einrichtungen in Deutschland verwahrt werden.

Das deutsche Nominierungskomitee für das „Memory of the World“-Programm hatte in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) viele Vorschläge geprüft, bewertet und die ausgewählten Dokumente dann an die UNESCO weitergeleitet.

Deutschland ist nun mit 13 Beiträgen im „Memory of the World“-Register der UNESCO vertreten.

Das Landesarchiv Berlin freut sich über diese internationale Auszeichnung und die Möglichkeit, so nachhaltig und repräsentativ auf seine interessanten und bedeutenden Quellen aufmerksam machen zu können.

Weitere Informationen zum erhalten Sie im Flyer – 32 Minuten „Memory of the World“. Die Filmdokumente können Sie direkt unter www.unesco.org ansehen.