Helene-Lange-Archiv

Helene Lange

Helene Lange, Quelle: Landesarchiv Berlin, B Rep. 235-FS Nr. 71

Das Helene-Lange-Archiv (HLA) ist nach der Lehrerin, Frauenrechtlerin und Politikerin Helene Lange benannt, deren schriftlicher Nachlass aber nur einen kleinen Teil dieses Archivs ausmacht. Es fasst nämlich mehrere Teilbestände unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Umfangs zusammen, darunter Archive von Frauenorganisationen und Nachlässe von einzelnen Frauen, die innerhalb des gemäßigten Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung des späten 19. und vor allem des frühen 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielten.

Geschichte des Helene-Lange-Archivs

Hervorgegangen ist das HLA aus der 1911 errichteten Helene-Lange-Stiftung (HLSt), die den Zweck verfolgte, das Studium von Frauen durch die Vergabe von Stipendien an Studentinnen und von Druckkostenzuschüssen für Dissertationen zu fördern. Zwar verlor die Stiftung ihr Vermögen bereits nach dem Ersten Weltkrieg durch die Inflation, bestand jedoch bis 1961 weiter. Sie wurde seit 1933 zum Auffangbecken für das Vermögen von Verbänden und Vereinen der Frauenbewegung, die sich selbst auflösten, u.a. des Dachverbandes Bund Deutscher Frauenvereine (BDF).

Mitglieder des Verbandes Weiblicher Angestellter aus Düsseldorf in Leipzig, 1927

Mitglieder des Verbandes
Weiblicher Angestellter
aus Düsseldorf in Leipzig,
1927

Zum Vermögen jener Organisationen gehörten auch deren Archive und Bibliotheken. Dieses Material ist der Kernbestand dessen, was heute unter der Bezeichnung „Helene-Lange-Archiv“ zusammengefasst wird. Nach der Gründung des Berliner Frauenbundes 1945 e.V. (BFB), der sich in die Nachfolge des BDF stellte, und der Wiedergründung (1947) des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes e.V. (DStV), Nachfolgerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) von 1865, wurden Archivalien und Bücher zwischen beiden aufgeteilt. Das HLA war als Depositum des Berliner Frauenbundes 1945 e.V. von 1969 bis 1988 im Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) und ist seit 1988 im Landesarchiv Berlin untergebracht. 1994 kam, ebenfalls als Dauerleihgabe, das Archiv des BFB aus den Jahren 1945-1990 hinzu. Im selben Jahr folgten Archiv und Bibliothek des Verbandes weiblicher Arbeitnehmer e.V. (VWA). HLA, Archiv des BFB und Archiv des VWA fasste das Landesarchiv Berlin Ende der 1990er Jahre zu einer eigenen Beständegruppe mit der Bezeichnung „Frauenverbände und -vereine / Helene-Lange-Archiv“ zusammen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Susanne Knoblich
Anschrift
Landesarchiv Berlin
Eichborndamm 115 – 121
13403 Berlin
Tel.
030/90264-236
Fax
030/90264-201
E-Mail
knoblich@landesarchiv.berlin.de

Bestände des Helene-Lange-Archivs

Marie Munk

Marie Munk, Quelle: Landesarchiv Berlin B Rep. 235-FS Nr. 118

Inhaltlicher Schwerpunkt des Materials des Helene-Lange-Archivs (HLA) sind die Aktivitäten der Verbände und Vereine in den Bereichen Frauenbildung, -ausbildung und -beruf. Der umfangreichste Teilbestand des HLA ist das Archiv des Bund Deutscher Frauenvereine (BDF; 1894-1933). An zweiter Stelle ist das Archiv des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen-Vereins (ADLV; 1890-1933) als eines der ältesten und wichtigsten Frauenberufsvereine zu nennen. Wesentlich kleiner sind die Bestände der ADLV-Abteilung Deutscher Philologinnenverband (DPhV; 1903-1933), des Deutschen Akademikerinnenbundes e.V. (DAB; 1929-1933), des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF; 1892-1930, zum Teil im Archiv des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes e.V. (DStV)), der Helene-Lange-Stiftung (HLSt; 1901-1961) und des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB; 1951-1987).

Anna Pappritz

Anna Pappritz, Quelle: Landesarchiv Berlin B Rep. 235-FS Nr. 39

Das HLA enthält außerdem Nachlässe bzw. Nachlass-Splitter der Frauenrechtlerinnen Helene Lange (1848-1930) und Anna Pappritz (1861-1939), der Fürsorgerinnen Anna von Gierke (1874-1943), Isa Gruner (1897-1989) und Else Sander (1896-1988), der Juristinnen Marie Munk (1885-1978) und Marianne Gatzke (1913-), der Lehrerin Margot Krohn (1892-1981) sowie Mikrofiches der im Archiv des DStV aufbewahrten Nachlässe der Schriftstellerinnen Louise Otto-Peters (1819-1895) und Dorothee von Velsen (1883-1970). Hinzu kommen eine Bibliothek, eine Broschüren- sowie eine Zeitungsausschnittssammlung.

Die Bestände werden ergänzt durch das Schriftgut zweier Frauenvereine der radikalen Richtung der bürgerlichen Frauenbewegung (Verband Fortschrittlicher Frauenvereine in Berlin und Verein Frauenwohl), die dem Landesarchiv Berlin im Rahmen eines Beständeaustausches vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam im Sommer 2001 übergeben wurden.

Repositur Die Bestände im Einzelnen
A Rep. 060-52 Verband Fortschrittlicher Frauenvereine
A Rep. 060-53 Verein „Frauenwohl“
B Rep. 235 ff. Depositum Helene-Lange-Archiv
B Rep. 235-01 Bund Deutscher Frauenvereine (BDF)
B Rep. 235-02-01 Allgemeiner Deutscher Frauenverein (ADF/HLA)
B Rep. 235-02-02 Allgemeiner Deutscher Frauenverein (DStV)
B Rep. 235-03 Allgemeiner Deutscher Lehrerinnen-Verein (ADLV)
B Rep. 235-04 Deutscher Philologinnenverband (DPhV)
B Rep. 235-05 Deutscher Akademikerinnenbund e.V. (DAB)
B Rep. 235-06 Helene-Lange-Stiftung (HLSt)
B Rep. 235-08 Deutscher Ärztinnenbund e.V. (DÄB)
B Rep. 235-09 Anna von Gierke (Nachlass)
B Rep. 235-11 Helene Lange (Nachlass)
B Rep. 235-12 Marie Munk (Nachlass)
B Rep. 235-13 Anna Pappritz (Nachlass)
B Rep. 235-14 Louise Otto-Peters (Nachlass)
B Rep. 235-15 Dorothee von Velsen (Nachlass)
B Rep. 235-17 Marianne Gatzke (Nachlass)
B Rep. 235-18 Margot Krohn (Nachlass)
B Rep. 235-19 Else Sander (Nachlass)
B Rep. 235-20 Zeitungsausschnittsammlung
B Rep. 236 ff. Depositum Berliner Frauenbund 1945 e.V.
B Rep. 236-07 Berliner Frauenbund 1945 e.V. (BFB)
B Rep. 236-10 Isa Gruner (Nachlass)
B Rep. 237ff. Depositum Verband Weiblicher Arbeitnehmer e.V.
B Rep. 237-16 Verband Weiblicher Angestellter (VWA)

Es werden für die Benutzung nur Mikrofiches vorgelegt (Ausnahme: Bibliothek). Für die Benutzung/Bestellung im Landesarchiv Berlin gelten vierstellige Mikrofiche-Nummern.

Die Online-Findbücher zu den Beständen des HLA finden Sie über die Online-Beständeübersicht. Bitte geben Sie dort die jeweilige Repositurnummer ein.