Standesämter von Berlin

Hochzeitspaar beim Verlassen des Preußischen Standesamtes I und II (Neukölln) um 1920, Quelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Nr. 0276530, Fotograf: Frank Schmidt

Alle Hilfsmittel finden Sie auch im Formularcenter in der Fußzeile.

Mit Einführung der sogenannten ‚Standesämter‘ 1874 bekam Berlin über zwanzig derartige Einrichtungen, und durch die Ein­ge­mein­dun­g der Vororte kamen 1920 noch Dutzende dazu. Die Gebiete, für die die­se Ämter zuständig waren, änderten sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder, es wurden Ämter geteilt, zusammengelegt etc., so dass manche Orte sogar mehrfach ein anderes Standesamt zugewiesen bekamen. Hier finden Sie eine Liste Berliner Orte und Ortsteile mit den zugehörigen Standesämtern.

Insgesamt gibt es zu Berlin mehr als 150 verschiedene Standesamtsüberlieferungen. Hier finden Sie eine Übersicht dieser Standesamtsüberlieferungen.

Zu diesen Beständen gibt es keine übergreifende Namenskartei. Stattdessen wurden in jedem Amt ein­zeln Namensverzeichnisse er­stellt,  für jeden Typ (Geburt, Heirat, Tod) und jedes Jahr ge­trennt. Namensverzeichnisse sind nach dem ers­ten Buch­sta­ben des Nach­na­mens geordnet.

Wenn man also (ungefähr) das zuständige Standesamt kennt, kann man die Listen der Ämter nach Namen durchsehen. Eine Na­mens­su­che können Sie hier an­hand der Na­mens­ver­zeich­nis­se der Stan­des­äm­ter selber durchführen.

Bei der Suche nach dem zu­stän­di­gen Stan­des­amt hilft die Liste der Ber­li­ner Orts­tei­le. Für die heutige In­nen­stadt (‚Alt-Ber­lin‘) kön­nen Sie Stra­ßen­ver­zeich­nis­se benutzen, auf denen die Zuständigkeiten vermerkt sind, und es gibt dafür auch eine Karte der Stan­des­amts­be­zir­ke 1874 bis 1931.

Beispielseite aus einem Namenverzeichnis eines Heiratsregisters von 1887

Die Namensverzeichnisse weisen zu den gesuchten Ereignissen jeweils eine Urkundennummer nach. Zur Ur­kun­den­num­mer ge­hören das Standesamt, der Typ der Urkunde (Sterbe / Heirat / Geburt), die Nummer und das Jahr.

Zum Beispiel: Ur­kun­de 115, die man für 1903 bei den Ster­be­ur­kun­den (SU) von Span­dau fin­det, heißt dann Stan­des­amt Span­dau SU 115/1903.

Hier finden Sie eine Übersicht, welche Inhalte Personenstandsurkunden in welchen Jahren enthalten.

Bei einer Be­stel­lung von Ko­pi­en ist diese Urkundenummer vollständig (also Stan­des­amt, Art des Ereignisses, laufende Num­mer und Jahr) an­zu­ge­ben. Dafür können Sie einen Vordruck verwenden.

Der genealogische Dienstleister ‚ancestry‘ hat die im Landesarchiv vorhandenen Berliner Register teilweise digitalisiert (Geburten bis 1899, Heiraten und Sterbefälle bis 1920) und in einer Datenbank erfasst. Bei ‚ancestry‘ können Sie daher on­line nach Namen su­chen. Dieser Service ist kostenpflichtig.

Wenn man Ge­bur­ten, Hei­ra­ten oder Tode vor 1874 sucht, dann ist man auf die Unterlagen der Konfessionen angewiesen. Das sind zum einen die ‚Kir­chen­bü­cher‘ der evan­ge­li­schen und ka­tho­li­schen Ge­mein­den. Diese be­fin­den sich in den ört­lich je­weils zu­stän­di­gen Ar­chi­ven der Kirchen. In Berlin ist das das Archiv der EKBO bzw. das Diözesanarchiv.

Zu den jüdischen Gemeinden von Berlin gibt es Unterlagen im Landesarchiv – oder Sie wenden sich an das ‚Centrum Judaicum‘.