Standesämter der ehemaligen
deutschen Ostgebiete

Ordensburg Marienburg um 1932, Quelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-01-30 Nr. 593, Fotograf: Otto Hagemann

Alle Hilfsmittel finden Sie auch im Formularcenter in der Fußzeile.

Mit Ende des 2. Weltkriegs setzte eine massenhafte Flucht aus den östlichen Teilen des Deutschen Reichs ein. Dabei wurden auch die Register der Standesämter zum Teil mit geflüchtet. In der Potsdamer Konferenz wurden Teile des Reichs östlich der ‚Oder-Neiße-Linie‘ – ehemals Ostpreußen, Westpreußen, Oberschlesien, Niederschlesien und Pommern – vom Reichsgebiet abgetrennt und zu Polen oder der Sowjetunion geschlagen, womit diesen Gebiete nun­mehr zum Aus­land gehörten.

Die dorther geflüchteten Standesamtsunterlagen blieben weiter in Deutschland und wurden entsprechend der geltenden Zuständigkeit beim Standesamt I verwahrt. Das Stan­des­amt I wurde damit zu­stän­dig für die Standesamtsun­ter­la­gen der ‚ehe­ma­li­gen deutschen Ostgebiete‘. Diese Überlieferung umfasst allein Personenstandsregister. Namensverzeichnisse und Sammelakten sind nur sehr vereinzelt vorhanden.

Neben den üblichen Registern für Geburt, Heirat und Tod gehören zu diesem Komplex auch Register über Sterbefälle von Deutschen in während des 2. Weltkriegs besetzten Gebieten. Sie stammen aus dem  sogenannten ‚Generalgouvernement‘ (Böhmen und Mähren – die damalige Tschechoslowakei), Polen, Litauen, Lettland, Estland, Weißrussland, die Ukraine, den Niederlanden und Norwegen von 1940 bis 1946.

2015 wurde diese Über­lie­fe­rung an das Lan­des­ar­chiv Ber­lin ab­ge­ge­ben. Eine Liste der Orte, aus denen Stan­des­amts­re­gis­ter vor­han­den sind, fin­den Sie hier. Wenn Sie nach einem Standesamt suchen, beachten Sie bitte, dass nicht jeder Ort sein eigenes Standesamt hatte. Stellen Sie also sicher, dass Sie den korrekten Namen des zuständigen Standesamts kennen.

Eine um­fang­rei­che Samm­lung von Ein­zel­ur­kun­den aus die­sen Ge­bie­ten befindet sich weiterhin im Stan­des­amt I.

Bei Orten, zu denen man in der Liste keine Angabe findet, empfiehlt sich diese Publikation:

  • Brzóska, Thomas, Deutsche Personenstandsbücher  und Personenstandseinträge von Deutschen in Polen. Niemeckie ksiegi stanu cyvilnego w Polsce, 1898-1945, herausgegeben vom Ver­band der Standesbeamten der Republik Polen, Frankfurt/Main und Berlin 2000 (Verlag für Standesamtswesen).

Wenn Sie aus einem der Re­gis­ter­bän­de aus den ehe­ma­li­gen deut­schen Ostgebieten und aus den besetzten Gebieten eine Urkunde suchen und bestellen möchten, benutzen Sie bitte diesen Vordruck. Falls eine Durchsicht mehrerer Bände oder ganzer Serien erforderlich werden sollte, können Sie im Landesarchiv einen Sichtungstermin vereinbaren.