Personenstandsunterlagen


Gesetzliche Grundlage

StandesamtsaktenSeit dem 1. Januar 2009 werden nach dem Personenstandsgesetz – PStG – vom 19. Februar 2007 die Register und Sammelakten der Standesämter nur noch befristet fortgeschrieben und sind nach ihrer Schließung gemäß den in den einzelnen Bundesländern gültigen archivgesetzlichen Bestimmungen für private und wissenschaftliche Forschungen öffentlich zugänglich.

Nutzbar sind demgemäß:

  • Geburtenregister nach 110 Jahren
  • Heiratsregister nach 80 Jahren
  • Sterberegister nach 30 Jahren

Dieselben Fristen gelten für damit zusammenhängendes Schriftgut wie Sammelakten und Namensverzeichnisse.

Überlieferung aus Standesämtern der Stadt Berlin

Das Landesarchiv Berlin übernimmt seit 2010 laufend Personenstandsunterlagen aus den Standesämtern der Berliner Bezirke. Damit werden alle erhaltenen personenstandsrechtlichen Unterlagen Berlins seit Gründung der preußischen Standesämter im Jahre 1874 nun erstmals zentral aufbewahrt und zugänglich.

Hier finden Sie einen Überblick zu den derzeit im Landesarchiv Berlin vorhandenen Standesamtsbeständen.

Die Bestände werden jährlich entsprechend dem Ablauf der im PStG vorgesehenen Fristen ergänzt. Die Neuzugänge werden jeweils ab dem 3. Quartal des laufenden Jahres komplett für alle Berliner Standesämter im Landesarchiv für die Einsichtnahme zur Verfügung stehen.

Noch nicht im Landesarchiv Berlin vorhandene, aber bereits nach der Gesetzeslage zugängliche Bestände können Sie in den jeweiligen Standesämtern einsehen. Beachten Sie dazu bitte die in den jeweiligen Bezirken und Ämtern getroffenen Regelungen.

Bestandslage

Die Berliner Überlieferung von Personenstandsunterlagen weist verschiedene historisch begründete Besonderheiten auf. Die Evakuierung von Registerbeständen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges und die in den Nachkriegsjahren einsetzende administrative Spaltung der Stadt führten zu einer Zersplitterung und Vervielfachung der Registerführung. So wurden im Westteil der Stadt Zweitbücher zu Erstbüchern umgewidmet, da die ursprünglichen Erstbücher nicht mehr greifbar waren. Neue Zweitbücher wurden angelegt. Gleichzeitig wurden im Ostteil der Stadt die dort lagernden Bücher aus dem Westteil gelegentlich noch fortgeschrieben und ergänzt. Dort wurden allerdings entsprechend dem in der DDR gültigen Personenstandsrecht Zweitregister und Sammelakten nicht mehr geführt und zu großen Teilen vorschriftsmäßig vernichtet. Anfang der 1990er Jahre gelangten die Bücher wieder an die ursprünglich zuständigen Ämter, so dass es dort nun sowohl umgewidmete wie auch zurückgeführte Erstregister gibt. Die zwischenzeitlich angelegten Beischreibungen konnten in den letzten Jahren vor Inkrafttreten des neuen PStG nicht mehr durchgängig abgeglichen und ergänzt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Fortschreibungsfristen nach dem PStG bilden derzeit Sterberegister den größten Anteil der Überlieferung im Landesarchiv, während gerade bei kleineren Standesämtern Geburtenregister noch fehlen können. Namensverzeichnisse zu den Registerbänden sind in der Regel immer vorhanden; Sammelakten fehlen häufig.

Genealogische Quellen vor 1874

Daten über persönliche Ereignisse wie Taufe, Kommunion, Konfirmation, Trauung und Beerdigung wurden in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert in Kirchenbüchern aufgezeichnet. Informationen zur Quellenlage in den einzelnen deutschen Kirchenarchiven enthält das vom Verband kirchlicher Archive unterhaltene Kirchenbuchportal.

Berliner Kirchenbücher finden Sie im Evangelischen Landeskirchlichen Archiv in Berlin (ELAB), Kirchenbuchstelle Berlin-Brandenburg.

Im Landesarchiv Berlin können Sie insbesondere folgende Bestände auswerten:

  • Meldungen der Berliner Parochialkirchen über Geburten, Trauungen und Sterbefälle (1758-1790, lückenhaft – enthalten
    überwiegend nur statistische Angaben, teilweise auch Namen der Betroffenen) -> A Rep. 550 Magistrat der vereinigten Residenzstadt Berlin (ab 1709);
  • Register über Geburten, Heiraten und Sterbefälle der Juden und Dissidenten in Berlin (ca. 1847-1874) -> A Pr.Br.Rep. 005 Stadtgericht Berlin; Bürgerrechtsprotokolle (1726-1822, lückenhaft – enthalten Angaben zu Vater, Herkunftsort, Alter, Beruf, Religion) – > A Rep. 002 Magistrat der Stadt Berlin, Bürgerrechtsregistratur;
  • Bürgerrollen (A-Z, 1767-1847 – enthalten Angaben zu Herkunftsort, Beruf, Religion) -> A Rep. 002 Magistrat der Stadt Berlin, Bürgerrechtsregistratur.

Hier finden Sie Hinweise auf andere Bestände im Landesarchiv.

Hinweise zur Recherche

Die Personenstandsbücher umfassen jeweils ein Kalenderjahr, für das die Einträge (Urkunden) laufend durchnummeriert sind. Zu den einzelnen Einträgen ist ergänzendes Material in den Sammelakten überliefert. Da die Einträge chronologisch geordnet sind, wurde zu jedem einzelnen Registerband ein alphabetisch (meist nur nach Anfangsbuchstaben) geordnetes Namensverzeichnis angelegt, welches es ermöglicht, Einträge zu den einzelnen Personen zu ermitteln.

Es gibt kein zentrales, alle Berliner Standesämter übergreifendes Namensverzeichnis. Die Ermittlung des zuständigen Standesamtes ist daher Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Recherche.

Für die eindeutige Auffindung eines Personenstandseintrages benötigen Sie folgende Angaben:

Bitte versuchen Sie diese Angaben möglichst umfassend beizubringen oder einzugrenzen. Für Ihre Anfrage nutzen Sie dann das anliegende Formular.

Sind Ihnen das Standesamt, welches die Beurkundung vorgenommen hat, sowie die Nummer des Personenstandseintrages nicht bekannt, kann eine Suche nach dem Melderegistereintrag der gesuchten Person hilfreich sein, da derartige Angaben meist in den Meldeeinträgen verzeichnet sind. Für Berlin können Sie eine Recherche (bis zu Einträgen aus dem Jahr 1960) direkt beim Landesarchiv beantragen. Bitte beachten Sie, dass eine Recherche zusätzlich kostenpflichtig ist. Hier finden Sie das Anfrageformular.

Bezüglich jüngerer Fälle wenden Sie sich bitte direkt an das Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.

Das [zum Zeitpunkt der Beurkundung] zuständige Standesamt kann außerdem über die Recherche nach der zur Zeit des Personenstandsfalles gültigen Wohnanschrift der gesuchten Person(en) im Berliner Adressbuch ermittelt werden. Dieses steht Ihnen online auf den Seiten der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Digitale Sammlung Berliner Adress- und Telefonbücher der ZLB) oder in Form von Mikrofiches im Lesesaal des Landesarchivs Berlin zur Verfügung.

Für die vollständige Information zu einem Personenstandsfall sollten Sie stets die gesamte vorhandene Überlieferung heranziehen (Erstbuch, Zweitbuch, erneuerte Bücher, Sammelakten), da der Stand der Beschreibungen unterschiedlich ist.

Recherche in den Namensverzeichnissen der Berliner Standesämter

Das Landesarchiv Berlin hat die vorliegenden Namensverzeichnisse digitalisiert, so dass Sie selbst nach gesuchten Personen recherchieren können.

Was enthalten Personenstandseinträge?

Zeitraum Was enthalten Geburtenregister?
1874 ff.
  • Name, Vorname, Beruf, Adresse der/des Anzeigenden;Name, Geburtsname, Vorname, Religion, Familienstand, Adresse der Mutter;
  • Vorname, Geburtsdatum des Kindes;
  • Ggf. Name, Vorname, Religion, Beruf, Adresse des Vaters;
  • * Totgeburten im Sterberegister;
  • ** Ggf. Beschreibung von Namensänderungen durch Heirat
ab 1920 Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab 1937 Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab 1958
(BRD/Berlin-West)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab Mitte 1957
(DDR/ Berlin-Ost)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab Ende 1968
(DDR/ Berlin-Ost)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
Zeitraum Was enthalten Heiratsregister?
1874 ff.
  • Name, Vorname, Familienstand (bei Witwen: Name des verstorbenen Partners),
  • Religion, Beruf, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse der Braut;
  • Name, Vorname, Familienstand, Religion, Beruf, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse des Bräutigams;
  • Namen, Vornamen, Geburtsnamen, Beruf, Wohnort der Eltern der Eheschließenden, ggf. ob verstorben;
  • Name, Vorname, Beruf, Adresse der Trauzeugen
ab 1920 dasselbe,

  • ohne Religionsangabe; ohne Angaben über die Eltern;* ab 1926 ggf. Beschreibung von Kindern aus der Ehe, mit Hinweis auf die jeweilige Standesamtsurkunde, und ggf. spätere Scheidung
ab 1937 Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab 1958
(BRD/ Berlin- West)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab Mitte 1957
(DDR/ Berlin-Ost)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
ab Ende 1968
(DDR/ Berlin-Ost)
Noch keine Überlieferung im Landesarchiv Berlin
Zeitraum Was enthalten Sterberegister?
1874 ff.
  • Name, Vorname, Beruf, Adresse der/des Anzeigenden;
  • Name, Vorname, Geburtsname, Beruf, Alter, Adresse, Geburtsort, Religion und Familienstand der/des Verstorbenen; Ort und Zeitpunkt des Todes;
  • Namen, Vornamen der Eltern der/des Verstorbenen
  • * Hinweise auf Hinterbliebene in der zugehörigen Todesanzeige (Sammelakte)
ab 1920 dasselbe,

  • ohne Religionsangabe; ohne Angaben über die Eltern
ab 1937
  • Mit Religionsangabe, Angabe des Namens und Berufs des Ehepartners, Ort und Jahr sowie beurkundendes Standesamt der Eheschließung der/des Verstorbenen; Angabe des Geburtsdatums
  • Zusätzlich: Angabe der Todesursache
ab 1958
(BRD/ Berlin- West)
  • Ohne Todesursache; mit Hinweis auf Geburtseintrag, Familienbuchführung (mit Angabe des Familiennamens/ Mädchennamens der Eltern der/des Verstorbenen),
  • Ort und Jahr sowie beurkundendes Standesamt der Eheschließung der/des Verstorbenen
ab Mitte 1957
(DDR/ Berlin-Ost)
  • Ohne Angabe von Religion und Beruf; ohne Angabe der Todesursache;
  • mit Hinweis auf Geburtseintrag und Eheschließungseintrag der/des Verstorbenen. Als Anzeigende werden mit den Jahren nur noch Ämter oder Einrichtungen registriert.
ab Ende 1968
(DDR/ Berlin-Ost)
  • Wie oben, ohne Angabe des Anzeigenden

 

Hinweise zur Benutzung und zur Zeitplanung

Für die Suche nach Personenstandsunterlagen und/oder die Beauftragung von Kopien empfehlen wir eine schriftliche Anfrage an das Landesarchiv. Bitte benutzen Sie dazu dieses Anfrageformular.

Das Anfrageformular nach Unterlagen aus dem Standesamt I in Berlin finden Sie hier in Deutsch und Englisch.

Falls Sie sich zu einem Besuch im Landesarchiv entschließen, aber in derselben Angelegenheit bereits eine schriftliche Anfrage gestellt haben, bitten wir Sie, dies im Lesesaal anzugeben, damit es nicht zu unnötigen Doppelbearbeitungen kommt.

Für die Recherche nach Namensverzeichnissen, Personenstandsregistern und Sammelbänden steht Ihnen unsere Datenbank AUGIAS-Archiv im Lesesaal zur Verfügung.

Hier ermitteln Sie die Bestellnummer der gewünschten Archivalieneinheit.

Falls Ihnen die Urkundennummer oder auch das Jahr eines Personenstandsfalls nicht bekannt ist, sollten Sie zunächst die jeweiligen Namensverzeichnisse bestellen, welche auf die Urkundennummern verweisen. Die Personenstandsregister sind (chronologisch) nach Urkundennummern angelegt, so dass Sie dann dort den gewünschten Eintrag leicht ermitteln können.

Nach Personennamen (in Standesamtsregistern) kann in der Datenbank AUGIAS-Archiv leider nur in sehr vereinzelten Fällen gesucht werden!

Bearbeitungszeitraum

Die Beantwortung schriftlicher Anfragen dauert derzeit ca. 8 Wochen.

Bitte machen Sie daher besondere Dringlichkeiten (etwa anstehende Gerichtstermine) in Ihrer Anfrage deutlich und legen Sie die Kopie eines entsprechenden amtlichen Dokuments bei. Unbegründete Fälle können wir – auch im Interesse der anderen Nutzerinnen und Nutzer – leider nicht vordringlich bearbeiten.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen zur Vorlage bei Gericht oder anderen Behörden eine schriftliche Bestätigung über Ihre Archivanfrage und die voraussichtliche Bearbeitungsdauer aus.

Wenn Sie die nötigen Bestellangaben in der Archivdatenbank ermittelt haben, können Sie sich im Lesesaal Namensverzeichnisse, Register und Sammelakten vorlegen lassen. Beachten Sie bitte, dass pro Benutzungstag lediglich 10 Archivalieneinheiten bestellt werden können. Unser Magazinpersonal ist an feste Auslagerungszeiten gebunden. Kann eine Bestellung zum gewünschten Zeitpunkt nicht vorgelegt werden, ist leider die umgehende ersatzweise Realisierung einer weiteren (zusätzlichen) Bestellung nicht möglich.

Sofern Sie an einem Benutzungstag Ihre Bestellung bis 11:00 Uhr abgeben, können Sie die Archivalien am gleichen Tag ab 13:00 Uhr einsehen. Spätere Bestellungen können erst zum nächsten Benutzungstag vorgelegt werden. Sie sollten daher für Ihren Archivbesuch mindestens einen vollen Tag – besser zwei Tage – einplanen.

Hier finden Sie die allgemeinen Hinweise zur Archivbenutzung.

Bitte beachten Sie, dass Kopien – auch im Falle, dass Sie die Recherche persönlich im Landesarchiv vornehmen – nur per Auftrag durch die Werkstätten des Landesarchivs innerhalb von 1-2 Wochen – hergestellt und ausgeliefert oder zugesandt werden können.

Ist eine beglaubigte Kopie notwendig?

Nach dem gängigen Rechtsverständnis in Deutschland gelten Kopien von Archivalien als vertrauenswürdig und ausreichend auch für amtliche Belange. Die im Landesarchiv hergestellten Kopien werden daher grundsätzlich mit der Quellenangabe gekennzeichnet (Landesarchiv Berlin, … Rep., Nr……).

Bitte verwenden Sie diese Quellenangabe bei Nachfragen an unser Archiv bzw. als Quellenzitat bei der Veröffentlichung.

Beglaubigungen werden nur auf ausdrückliche Anforderung und innerhalb von 1-2 Wochen vorgenommen und sind zusätzlich kostenpflichtig.

Gebühren

Die Benutzung der Personenstandsunterlagen im Landesarchiv Berlin ist entsprechend der Archivbenutzungsordnung kostenpflichtig.
Archivbenutzungsordnung mit anliegendem Gebührenverzeichnis

Kontakt

Unser archivarisches Fachpersonal berät Sie gern. Bitte adressieren Sie Rückfragen oder Rechercheanliegen zu den Personenstandsunterlagen direkt an unsere zuständige Arbeitsgruppe LA II PSt.

Landesarchiv Berlin
Benutzerservice
Anschrift
Landesarchiv Berlin
Eichborndamm 115 – 121
13403 Berlin
Tel.
030/90264-0
Fax
030/90264-182
E-Mail
info@landesarchiv.berlin.de

Die Vorbestellung im Lesesaal ist per E-Mail nur möglich, wenn Ihnen konkrete Bestellangaben (Archivsignatur: P Rep. …, Nr. …) bereits vorliegen.