Neuerschließungen


Königliche Schauspiele/Preußische Staatstheater (A Rep. 167)

Programm des Opernhauses Berlin zur Uraufführung von „Wozzeck“, 1925, A Rep. 167  Nr. 6193

Programm des Opernhauses Berlin zur Uraufführung von „Wozzeck“, 1925, A Rep. 167 Nr. 6193

Die Überlieferung der Königlichen Schauspiele/Preußischen Staatstheater ist nun vollständig erschlossen.
Mit Opernhaus, Schauspielhaus, Kroll-Oper und Schiller-Theater verfügten die Preußischen Staatstheater über weltweit anerkannte und künstlerisch führende Häuser.

1811 wurde das Opernhaus, 1742 als Königliche Hofoper eröffnet, mit dem 1776 im Französischen Komödienhaus begründeten Hoftheater – seit 1787 „Königliches Nationaltheater“, ab 1821 „Königliches Schauspielhaus“ – zu den „Königlichen Schauspielen“ vereint; Generaldirektor war August Wilhelm Iffland. 1918, nach dem Ende der Monarchie in Deutschland, wurden beide Einrichtungen dem Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unterstellt. Zusammen mit den damaligen Häusern in Kassel und Wiesbaden gab es eine Generalintendanz.

Auf Beschluss des Preußischen Staatsministeriums vom 18. Januar 1934 übernahm Hermann Göring, Preußischer Ministerpräsident von 1933 bis 1945, direkt die Leitung der Preußischen Staatstheater. 1943 wurde das Schiller-Theater durch Brandbomben zerstört, wie auch die Kroll-Oper bei einem Bombenangriff; ihre Ruine wurde 1957 endgültig beräumt. Bei dem Inferno durch den alliierten Bombenangriff auf Berlin am 03. Februar 1945 wurde die Lindenoper schwer getroffen. Im Schauspielhaus fand am 22. April 1945 der letzte Konzertabend vor der Zerstörung statt. Nach dem Ende der NS-Diktatur gelangten die einzelnen Häuser der Preußischen Staatstheater in neue Trägerschaften.

Die Überlieferung umfasst 7695 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1758-1945; einzelne Dokumente datieren zurück bis 1703 bzw. reichen bis 1960. Neben den Akten der Leitung der Königlichen Schauspiele/Preußischen Staatstheater (Intendanz Iffland, Personal, Verwaltung, Angebote von Kompositionen, Libretti und Bühnenstücke, Richard Wagner, Kapellmeister Felix Weingartner) und der Dramaturgie sind umfangreich Akten zu allen Belangen der Häuser – Deutsche Oper, Städtische Oper, Schiller-Theater, Wallner-Theater, Kriegsgefangenen-Theater – überliefert. Eine Sammlung von Theaterzetteln und Programmheften anderer deutscher Bühnen sowie mehrere Nachlasssplitter ergänzen die Überlieferung.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht unter der A Rep. 167; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank im Lesesaal zu recherchieren.


Deutsche Staatsoper (C Rep. 167)

Programmheft der Deutschen Staatsoper „Puntila“ (Reiner Süß als Puntila ), 1964, C Rep. 167 Nr. 1110

Programmheft der Deutschen Staatsoper „Puntila“ (Reiner Süß als Puntila ), 1964, C Rep. 167 Nr. 1110

Die Aktenüberlieferung der Deutschen Staatsoper ist nun vollständig erschlossen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernhaus Unter den Linden durch Bomben komplett zerstört. Dem Ensemble, nun unter dem Namen „Deutsche Staatsoper“, wies die sowjetische Zentralkommandantur im Juni 1945 den Admiralspalast als Spielstätte zu. Im Dezember 1949 übergab der Magistrat von Berlin die Aufsicht über die Deutsche Staatsoper an die provisorische Regierung der DDR. Nach Plänen von Richard Paulick begann 1952 der Wiederaufbau der Lindenoper. Am 4. September 1955 wurde das Stammhaus – nun auch äußerlich unter der Bezeichnung „Deutsche Staatsoper“ – mit einer Festaufführung von Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ eingeweiht.

Intendanten waren Ernst Legal (1945-1952) und Max Burghardt (1954-1962). 1963 folgte Hans Pischner, der 1984 die Leitung des Hauses an Günter Rimkus abgab. 1955 wurde Franz Konwitschny Generalmusikdirektor (bis 1962), Ottmar Suitner hatte das Amt von 1964 bis 1990 inne.

Am 18. Dezember 1990 übernahm die Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten die Aufsicht über die Staatsoper Unter den Linden vom Ministerrat der DDR.

Die Überlieferung umfasst 3458 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1945-1990; einzelne Dokumente datieren zurück bis 1927 bzw. reichen bis 1992. Neben den Akten der Intendanz (Korrespondenz, Künstlerisch-ökonomischer Rat, Beratendes Kollektiv des Intendanten, Aufbaukomitee, Autorenakten) und der Stellvertretenden Intendanz für künstlerische Aufgaben (Generalmusikdirektor, Orchesterdirektion, Nachlass des Orchestermusikers Richard Müller, Künstlerisches Betriebsbüro, Probenbetrieb, Regie, Ballettdirektion, Dramaturgie, Regie- und Aufführungskonzeptionen, Bibliothek, Archiv, Pressestelle, Kostümabteilung, Gastspiele) sowie der Stellvertretenden Intendanz für Ökonomie, Planung und Technik (Zusammenarbeit mit staatlichen Dienststellen und Parteien und Massenorganisationen, Haushalt, Investitionen, Immobilienverwaltung, Sozialistischer Wettbewerb, Ordnung und Sicherheit, Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz, Verband der Theaterschaffenden der DDR, Opernball, Aufführungskonzeptionen, Kaderabteilung) sind auch Besetzungszettel, Programmhefte, Libretti und Texte, Spiel- und Probenpläne oder Rezensionen überliefert. Eine Besonderheit stellen die Orden, Urkunden, Medaillen und Auszeichnungen dar.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht unter der C Rep. 167; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank im Lesesaal zu recherchieren. Für personenbezogene Akten können noch Schutzfristen gelten; bei Nutzungsinteresse wenden Sie sich bitte an das Personal des Landesarchivs.


Staatsoper Unter den Linden (D Rep. 871)

Heft zur Saison 2015/2016 der Staatsoper Berlin, 2015, D Rep. 871  Nr. 59

Heft zur Saison 2015/2016 der Staatsoper Berlin, 2015, D Rep. 871 Nr. 59

Die Aktenüberlieferung der Staatsoper Unter den Linden liegt nun erschlossen vor.
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 musste für die Deutsche Staatsoper, die Staatsoper der DDR, eine neue Perspektive gefunden werden. Das Haus Unter den Linden wurde dem Land Berlin zugewiesen. Intendant war bis 1991 Günter Rimkus. Ihm folgten im Amt: 1992–2003 Georg Quander, 2003–2008 Peter Mussbach, 2008–2009 Ronald Adler (kommissarisch), 2010–2018 Jürgen Flimm und seit April 2018 Matthias Schulz. 1990 konnte ein Vertrag mit Daniel Barenboim abgeschlossen werden; seit 1992 wirkt der Musiker im Haus als künstlerischer Leiter. Seit dem Jahr 2000, als Generalmusikdirektor auf Lebenszeit gewählt, leitet er auch die Staatskapelle Berlin.

Als zum 1. Januar 2004 in Berlin das Landesgesetz über die „Stiftung Oper in Berlin“ in Kraft trat, gehörte neben den anderen Opernhäusern Deutsche Oper Berlin und Komische Oper Berlin auch die Staatsoper Unter den Linden, das Staatsballett Berlin sowie der Bühnenservice Berlin zu den fünf Einrichtungen, die unter diesem neuen Dach zusammengeschlossen wurden. Von 2010 bis 2017 wurde das Haus Unter den Linden saniert; währenddessen nutzte die Oper als „Staatsoper im Schiller Theater“ das Haus an der Bismarckstraße in Berlin-Charlottenburg als Spielort. Der offizielle Spielbetrieb im sanierten Haus wurde am 7. Dezember 2017 wieder aufgenommen.

Die Überlieferung umfasst bisher 127 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1990-2016; einzelne Dokumente datieren zurück bis 1988. Derzeit verwahrt das Landesarchiv Berlin Akten der Bereiche Stellvertretender Intendant für Ökonomie, Planung und Technik; Orchester, Gastspiele und Dramaturgie, hinzu kommen Besetzungszettel, Programmhefte und Programmbücher sowie hauseigene Publikationen.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht unter der D Rep. 871; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank im Lesesaal zu recherchieren. Für personenbezogene Akten können noch Schutzfristen gelten; bei Nutzungsinteresse wenden Sie sich bitte an das Personal des Landesarchivs.


„Magistrat von Berlin, Abteilung Kader“

Personalfrageborgen Friedrich Ebert, C Rep. 124-02, Nr. 16911

Personalfrageborgen Friedrich Ebert, C Rep. 124-02, Nr. 16911

Die Aktenüberlieferung des Verwaltungsbereiches „Magistrat von Berlin, Abteilung Kader“ ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 3789 Akten. Diese Magistratsverwaltung bestand von 1953 bis 1990.
Zu ihren Aufgaben gehörten die Durchsetzung der Prinzipien der sozialistischen Kaderpolitik im Magistrat, in den Räten der Stadtbezirke und in den nachgeordneten Einrichtungen und Betrieben; die Arbeit mit der Kadernomenklatur des Magistrats von Groß-Berlin; die Qualifizierung und Fortbildung der Beschäftigten, die Entwicklung von Nachwuchskräften, die Betreuung verdienstvoller Veteranen sowie die Führung der Personalakten von Beschäftigten der Magistratsverwaltungen und der nachgeordneten Einrichtungen. Schwerpunkt der Überlieferung bilden die Personalakten, darunter die von Bürgermeistern und Magistratsmitgliedern, Leitern von Ämtern und Einrichtungen, aber auch von zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Überlieferung der „Kommission zur Betreuung verdienstvoller Veteranen“ dokumentiert darüber hinaus auch die weitreichende Förderung und Unterstützung von Funktionären, Direktoren, Amtsträgern und Abgeordneten nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben.

Sie finden das Findbuch unter der C Rep. 124-02 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Nachlass Peter Anders

Die Familie Anders im Sommer 1946, E Rep. 400-05 Nr. 16

Die Familie Anders im Sommer 1946,
E Rep. 400-05 Nr. 16

Der Nachlass Peter Anders (1908 – 1954) ist nun vollständig erschlossen. Er umfasst 64 Archivguteinheiten. Die Archivalien dokumentieren den Zeitraum von 1908 – 1954.

Peter Anders kam 1919 mit seiner Familie nach Berlin. In Moabit besuchte er die Volksschule, danach die Kaufmännische Fachschule. Anschließend erlernte er den Beruf eines Bücherrevisors. Bereits in dieser Zeit sang er im Kirchenchor der Reformationskirche in der Beusselstraße. Er beschloss, seine Stimme ausbilden zu lassen und nach anfänglichen Privatstunden begann er ein Studium aufzunehmen. 1931 trat er in die Opernklasse der Staatlichen Musikschule Berlin ein und belegte außerdem das Konzertfach. Sein erstes Engagement erhielt er 1932 in Heidelberg. Am 31. Juli 1935 heirateten Peter Anders und Susanne Mysz in Keitum auf der Insel Sylt. Nach Verträgen mit mehreren anderen Bühnen folgte 1939 das Engagement an der Berliner Staatsoper. Hier sang er die großen Tenorpartien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand er wieder auf der Bühne der Staatsoper Berlin, bzw. in deren Ausweichquartier, dem Admiralspalast, und sang in der zweiten Premiere des Hauses am 20. September 1945 den Herzog von Mantua in Verdis „Rigoletto“. Es folgten die Premieren „Die Entführung aus dem Serail“, „La Traviata“ und 1947 „Die Zauberflöte“. Schließlich wechselte er 1948 an die Staatsoper Hamburg. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere starb Peter Anders am 10. September 1954 an den Folgen eines Autounfalls.
Der Nachlass umfasst Familiendokumente, private und geschäftliche Korrespondenz, Verträge, Adressbücher, Rezensionen und Zeitungsausschnitte, Besetzungszettel, Programmhefte, Zeichnungen, Publikationen, Filme, Fotos und Musikaufnahmen. Darüber hinaus sind Dokumente zu seiner Ehefrau Susanne Anders geb. Mysz und zu deren Mutter Lula Mysz-Gmeiner sowie zu Luise Gmeiner überliefert.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der E Rep. 400-05 Nachlass Peter Anders im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Monatsbericht der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit von 1949,
B Rep. 232-35 Nr. 1

Die Überlieferung der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ (GCJZ) ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 536 Akten und dokumentiert das Wirken der GCJZ von 1912 – 2006..

Neben zahlreichen Zeitungsausschnittsammlungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen des Zeitgeschehens sind Einladungen und Protokolle zu Versammlungen der verschiedenen Arbeitsgruppen überliefert. Einen Schwerpunkt der Arbeit der GCJZ bildet die Vorbereitung der „Woche der Brüderlichkeit“, die in Berlin seit 1952 jedes Jahr veranstaltet wird. Dabei arbeitet die GCJZ mit zahlreichen anderen Organisationen, der Landes- und den Bezirksverwaltungen zusammen. Zudem enthält die Überlieferung Unterlagen zur Gründung, Organisation und Verwaltung der Gesellschaft.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde am 24.11.1949 von Carl F. Zietlow nach dem Vorbild amerikanischer Organisationen gegründet. In ihrer Satzung verschreibt sich die GCJZ der Förderung einer international aufgeschlossener Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur sowie des Gedankens der Völkerverständigung.
Die Tätigkeit der Gesellschaft konzentriert sich vor allem auf die Vorbereitung der „Woche der Brüderlichkeit“, die seit 1951 jährlich in der Bundesrepublik, seit 1952 auch in Berlin stattfindet. Hierfür wurden eine große Zahl von Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen sowie der Landes- und den Bezirksverwaltungen organisiert. Auch im Radio, in den Kinos und Theatern wurde das Programm entsprechend angepasst. Darüber hinaus wurde bis in die 1970er Jahre ein internationales Zeltlager für Jugendliche veranstaltet, das sich im In- und Ausland großer Beliebtheit erfreute. Außerdem beobachtete die GCJZ sehr genau die gesellschaftlichen und politischen Debatten, woraus eine ganze Reihe an Materialsammlungen (u.a. zum jüdischen Leben, der Wiedergutmachung, aufkeimendem Antisemitismus) resultierte. Auch zur Annäherung und Verständigung der beiden deutschen Staaten trugen die Mitglieder durch eine Paketversandaktion in den 1980er Jahren bei.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit führt ihre Arbeit bis zum heutigen Tage fort. Ihren Sitz hat sie in der Laubenheimer Straße in Schöneberg. Die Vorsitzenden sind Jael Botsch-Fitterling, Bernd Streich und Ulrich Schürmann. Noch immer stellt die „Woche der Brüderlichkeit“ einen der Schwerpunkte der Arbeit dar. Die letzte fand vom 11.-18.03.2018 statt. In ihrem Rahmen wurde das Findbuch an die Vorsitzenden der Gesellschaft übergeben.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der B Rep. 232-35 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Bitte beachten Sie, dass einige Akten aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt sind.


Demokratischer Klub e. V. Berlin

Gründungsantrag des Demokratischen Klubs

Antrag auf Gründung einer politischen Vereinigung mit der Bezeichnung „Deutscher Demokratischer Klub“ des vorbereitenden Ausschusses des Demokratischen Klubs bei der Alliierten Kommandantur am 1.März 1947,
B Rep. 232-44 Nr. 2

Die Überlieferung des „Demokratischen Klubs e.V. Berlin“ (Bestand B Rep. 232-44) ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 215 Akten und 17 Fotos und dokumentiert das Wirken des Demokratischen Klubs von 1946 – 2012.

Neben zahlreichen Zeitungsausschnittsamlungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen des Zeitgeschehens sind Einladungen und Protokolle zu Versammlungen der vArbeitsgruppen „Schule“, „Kirche“, „Justiz“, „Frauen“, „Funk und Fernsehen“ sowie „Gewerkschaften“ überliefert. Die Öffentlichkeitsarbeit des Klubs wird durch Flugblätter, Flyer, Publikationen der Zeitschrift „dk-forum“ und vereinzelt auch Schriftwechsel mit Personen und Organisationen des öffentlichen Lebens deutlich. Zudem enthält die Überlieferung Unterlagen zur Gründung, Organisation und Verwaltung des Demokratischen Klubs.

Der demokratische Klub wurde am 05.07.1967 als Gegenstück zu dem sich nach den Geschehnissen des Schah-Besuchs in Berlin am 02. Juni 1967 konstituierenden Republikanischen Klub gegründet. In der Satzung wird der Demokratische Klub als eine für einen freiheitliche-demokratischen Rechtsstaat, gegen antidemokratische und totalitäre Bestrebungen arbeitende überparteiliche und über-konfessionelle Organisation beschrieben. Die Themen des Klubs waren: die ungelöste Deutschland-Frage, die Studentenunruhen, Berlin- und Deutschlandpolitik, sowie auch das aktuelle Weltgeschehen – immer mit Blick auf Demokratie und Menschenrechte. Die Öffentlichkeitsarbeit und Einflussnahme bestand aus Seminaren, Tagungen in den Klubräumen, Vortragsveranstaltungen, Betreuung ehemaliger politischer Häftlinge, Treffen mit westdeutschen und ausländischen Gästen, Zusammenkünften mit den Vorständen anderer Vereine, Pressegesprächen, Gesprächskreisen mit Berliner Bezirkspolitikern, Schülergruppen und Berliner Unternehmen. Auch durch verschiedene Publikationen in Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Interviews in Rundfunk und Fernsehen, der Klubeigenen Zeitschrift („Bürger und Wirtschaft“, später „dk-forum“), Informationsblättern (z.B.: „dk-Informationen“) und Flugblättern traten die Mitglieder des Demokratischen Klubs an die Öffentlichkeit.
Mit Beginn des Jahres 2010 zeichnete sich eine schrittweise Auflösung des Klubs ab. Auf der letzten Mitgliederversammlung am 24. August 2011 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen. Ende des Jahres 2011 ging das Restvermögen des Vereins als Spende zu gleichen Teilen an den Bund der Stalinistisch Verfolgten e. V. und die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V. über.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der B Rep. 232-44 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Bitte beachten Sie, dass einige Akten aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt sind.


Verein „Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V.“

Gedenkveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Antikriegstag mit einer symbolischen Grundsteinlegung für ein „Aktives Museum“, 1. September 1989, F Rep. 290 Nr. 0308396,
Foto: Ingeborg Lommatzsch

Das Aktive Museum Faschismus und Widerstand ist aus einer Bürgerinitiative hervorgegangen, die an den 45. Jahrestag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten erinnerte. Die Vereinsgründung erfolgte im Juni 1983 um über den Jahrestag hinaus eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus anzuregen. Gründungsvorsitzender war der Historiker Gerhard Schoenberner (1931-2012).

Bereits in dieser Zeit erfolgte die Auseinandersetzung mit dem Gelände an der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße, auf dem verschiedene Terrororganisationen des Dritten Reichs, insbesondere das Reichssicherheitshauptamt, angesiedelt waren. Die sich Ende der 1990er Jahre abzeichnende Gründung der Stiftung „Topographie des Terrors“ bedeutete eine Neuorientierung für den Verein. Zukünftig sollten – neben der Arbeit als Förderverein der Topographie – Ausstellungen sowie die Dokumentation, Erhaltung und Aufstellung von Gedenktafeln in den Vordergrund treten. Die institutionelle Förderung durch den Senat von Berlin ermöglichte seit 1990 viele Projekte des Aktiven Museums, das sich in der Folgezeit für Ost-Berliner Mitglieder öffnete und seine Tätigkeit nun auf die gesamte Stadt ausdehnte.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der B Rep. 232-33 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für Handel und Gewerbe

Verordnung der Barbier- Friseur und Perückenmacher-Innung zu Berlin von 1906, A-Rep. 016-1263

Die Überlieferung der „Deputation für Handel und Gewerbe“ des Magistrats der Stadt Berlin ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 3002 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1845-1923; einzelne Dokumente datieren zurück bis 1641 bzw. reichen bis 1935.

Neben zahlreichen Sachakten zur Aufsicht des Magistrats über die freien und Zwangsinnungen und die Ausführung der gewerbegesetzlichen Bestimmungen sind umfangreich Spezialakten zu den einzelnen Gewerken und Innungen A – Z (Apotheker – Zuckerfabrikanten) überliefert, die z. T. noch bis in das 17. Jahrhundert zurückgehende Überlieferungsteile enthalten. In Einzelfällen sind auch Unterlagen aus den Innungsregistraturen, wie Meisterbücher und Privilegien, vorhanden.

Mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Preußen im Jahre 1810 wurde der Zunftzwang aufgehoben, doch durften die Zünfte als Gemeinschaft auf der Grundlage der ihnen erteilten Privilegien fortbestehen. Die unmittelbare Aufsicht über Verfassung und innere Angelegenheiten der Zünfte sowie die Entscheidung von Streitfällen stand dem Magistrat zu. Zunächst nahm der Magistrat diese Aufgaben im Plenum wahr, doch nach der Vorschrift der Allgemeinen Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845 wurde eine Abteilung für Gewerbeangelegenheiten (ab 1846: Abteilung für Gewerbe- und Niederlassungssachen) gebildet. Nach dem Gemeindebeschluss vom 25. September 1879 wurde die Gewerbedeputation des Magistrats begründet, die aus fünf (später acht) Magistratsmitgliedern und jeweils der doppelten Anzahl von Stadtverordneten und Bürgerdeputierten zusammengesetzt war. Ihr oblag vor allem die Aufsicht über die Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen, die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung, die Erteilung von Konzessionen sowie die Aufsicht über gewerbliche Stiftungen. Ein ähnliches Aufgabenprofil behielt die Deputation für Handel und Gewerbe auch nach 1920. Im April 1933 wurde die Deputation zur Wirtschaftsdeputation mit den Aufgabengebieten Handel, Gewerbe, Marktwesen und Landwirtschaft umgewandelt, aus der im Juni 1934 das Wirtschaftsamt der Stadt Berlin (Stadtwirtschaftsamt) entstand.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der A Rep. 016 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Die Aktenüberlieferung der „Bezirkskommission für
Unterhaltungskunst Berlin“ ist nun vollständig erschlossen.

Antrag des Schauspielers Wolfgang Dehler, 1983

Antrag des Schauspielers Wolfgang Dehler, 1983

Sie umfasst 695 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1958-1990.
Die „Bezirkskommissionen für Unterhaltungskunst“ waren in der DDR Einstufungskommissionen, die nach einer Prüfung über die staatliche Erlaubnis für Künstlerinnen und Künstler für öffentliche Auftritte befanden. Offiziell waren die „Einstufungen“ eine Einschätzung der künstlerischen Qualität der Akteure, sie dienten jedoch auch der Disziplinierung und Beaufsichtigung. In der Regel durften ohne diese Erlaubnis keine öffentlichen Auftritte bestritten werden; der Entzug der Erlaubnis kam einem Berufsverbot gleich. Der bei der Bezirkskommission für Unterhaltungskunst Berlin bestehenden „Ständigen Arbeitsgruppe für Aus- und Weiterbildung“ oblag u. a. die Zulassung und Einstufung nach Leistungshonorar von Künstlerinnen und Künstlern sehr unterschiedlicher Sparten (u. a. Sänger, Schauspieler, Moderatoren, Sprecher, Rezitatoren, Artisten, Magier, Komiker, Musiker, Models in Modenschauen, Tänzer, Puppenspieler, Discjockeys), einschließlich des mit ihnen zusammen arbeitenden technischen Personals. Im Rahmen dieser Aufgabe entstanden zu einzelnen Künstlern oder auch zu Bands oder Ensembles die vorliegenden Akten.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Akten auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt (z. B. 100 Jahre nach Geburtsdatum, 10 Jahre nach Todesdatum). Deswegen erfolgt auch kein Ausdruck eines detaillierten Findbuches. Bitte wenden Sie sich bei einem Benutzungsanliegen an unser Fachpersonal im Lesesaal.