Neuerschließungen


Nachlass Peter Anders

Die Familie Anders im Sommer 1946, E Rep. 400-05 Nr. 16

Die Familie Anders im Sommer 1946,
E Rep. 400-05 Nr. 16

Der Nachlass Peter Anders (1908 – 1954) ist nun vollständig erschlossen. Er umfasst 64 Archivguteinheiten. Die Archivalien dokumentieren den Zeitraum von 1908 – 1954.

Peter Anders kam 1919 mit seiner Familie nach Berlin. In Moabit besuchte er die Volksschule, danach die Kaufmännische Fachschule. Anschließend erlernte er den Beruf eines Bücherrevisors. Bereits in dieser Zeit sang er im Kirchenchor der Reformationskirche in der Beusselstraße. Er beschloss, seine Stimme ausbilden zu lassen und nach anfänglichen Privatstunden begann er ein Studium aufzunehmen. 1931 trat er in die Opernklasse der Staatlichen Musikschule Berlin ein und belegte außerdem das Konzertfach. Sein erstes Engagement erhielt er 1932 in Heidelberg. Am 31. Juli 1935 heirateten Peter Anders und Susanne Mysz in Keitum auf der Insel Sylt. Nach Verträgen mit mehreren anderen Bühnen folgte 1939 das Engagement an der Berliner Staatsoper. Hier sang er die großen Tenorpartien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand er wieder auf der Bühne der Staatsoper Berlin, bzw. in deren Ausweichquartier, dem Admiralspalast, und sang in der zweiten Premiere des Hauses am 20. September 1945 den Herzog von Mantua in Verdis „Rigoletto“. Es folgten die Premieren „Die Entführung aus dem Serail“, „La Traviata“ und 1947 „Die Zauberflöte“. Schließlich wechselte er 1948 an die Staatsoper Hamburg. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere starb Peter Anders am 10. September 1954 an den Folgen eines Autounfalls.
Der Nachlass umfasst Familiendokumente, private und geschäftliche Korrespondenz, Verträge, Adressbücher, Rezensionen und Zeitungsausschnitte, Besetzungszettel, Programmhefte, Zeichnungen, Publikationen, Filme, Fotos und Musikaufnahmen. Darüber hinaus sind Dokumente zu seiner Ehefrau Susanne Anders geb. Mysz und zu deren Mutter Lula Mysz-Gmeiner sowie zu Luise Gmeiner überliefert.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der E Rep. 400-05 Nachlass Peter Anders im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Monatsbericht der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit von 1949,
B Rep. 232-35 Nr. 1

Die Überlieferung der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ (GCJZ) ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 536 Akten und dokumentiert das Wirken der GCJZ von 1912 – 2006..

Neben zahlreichen Zeitungsausschnittsammlungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen des Zeitgeschehens sind Einladungen und Protokolle zu Versammlungen der verschiedenen Arbeitsgruppen überliefert. Einen Schwerpunkt der Arbeit der GCJZ bildet die Vorbereitung der „Woche der Brüderlichkeit“, die in Berlin seit 1952 jedes Jahr veranstaltet wird. Dabei arbeitet die GCJZ mit zahlreichen anderen Organisationen, der Landes- und den Bezirksverwaltungen zusammen. Zudem enthält die Überlieferung Unterlagen zur Gründung, Organisation und Verwaltung der Gesellschaft.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wurde am 24.11.1949 von Carl F. Zietlow nach dem Vorbild amerikanischer Organisationen gegründet. In ihrer Satzung verschreibt sich die GCJZ der Förderung einer international aufgeschlossener Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur sowie des Gedankens der Völkerverständigung.
Die Tätigkeit der Gesellschaft konzentriert sich vor allem auf die Vorbereitung der „Woche der Brüderlichkeit“, die seit 1951 jährlich in der Bundesrepublik, seit 1952 auch in Berlin stattfindet. Hierfür wurden eine große Zahl von Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen sowie der Landes- und den Bezirksverwaltungen organisiert. Auch im Radio, in den Kinos und Theatern wurde das Programm entsprechend angepasst. Darüber hinaus wurde bis in die 1970er Jahre ein internationales Zeltlager für Jugendliche veranstaltet, das sich im In- und Ausland großer Beliebtheit erfreute. Außerdem beobachtete die GCJZ sehr genau die gesellschaftlichen und politischen Debatten, woraus eine ganze Reihe an Materialsammlungen (u.a. zum jüdischen Leben, der Wiedergutmachung, aufkeimendem Antisemitismus) resultierte. Auch zur Annäherung und Verständigung der beiden deutschen Staaten trugen die Mitglieder durch eine Paketversandaktion in den 1980er Jahren bei.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit führt ihre Arbeit bis zum heutigen Tage fort. Ihren Sitz hat sie in der Laubenheimer Straße in Schöneberg. Die Vorsitzenden sind Jael Botsch-Fitterling, Bernd Streich und Ulrich Schürmann. Noch immer stellt die „Woche der Brüderlichkeit“ einen der Schwerpunkte der Arbeit dar. Die letzte fand vom 11.-18.03.2018 statt. In ihrem Rahmen wurde das Findbuch an die Vorsitzenden der Gesellschaft übergeben.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der B Rep. 232-35 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Bitte beachten Sie, dass einige Akten aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt sind.


Demokratischer Klub e. V. Berlin

Gründungsantrag des Demokratischen Klubs

Antrag auf Gründung einer politischen Vereinigung mit der Bezeichnung „Deutscher Demokratischer Klub“ des vorbereitenden Ausschusses des Demokratischen Klubs bei der Alliierten Kommandantur am 1.März 1947, B Rep. 232-44 Nr. 2

Die Überlieferung des „Demokratischen Klubs e.V. Berlin“ (Bestand B Rep. 232-44) ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 215 Akten und 17 Fotos und dokumentiert das Wirken des Demokratischen Klubs von 1946 – 2012.

Neben zahlreichen Zeitungsausschnittsamlungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen des Zeitgeschehens sind Einladungen und Protokolle zu Versammlungen der Arbeitsgruppen „Schule“, „Kirche“, „Justiz“, „Frauen“, „Funk und Fernsehen“ sowie „Gewerkschaften“ überliefert. Die Öffentlichkeitsarbeit des Klubs wird durch Flugblätter, Flyer, Publikationen der Zeitschrift „dk-forum“ und vereinzelt auch Schriftwechsel mit Personen und Organisationen des öffentlichen Lebens deutlich. Zudem enthält die Überlieferung Unterlagen zur Gründung, Organisation und Verwaltung des Demokratischen Klubs.

Der Demokratische Klub wurde am 05.07.1967 als Gegenstück zu dem sich nach den Geschehnissen des Schah-Besuchs in Berlin am 02. Juni 1967 konstituierenden Republikanischen Klub gegründet. In der Satzung wird der Demokratische Klub als eine für einen freiheitliche-demokratischen Rechtsstaat, gegen antidemokratische und totalitäre Bestrebungen arbeitende überparteiliche und über-konfessionelle Organisation beschrieben. Die Themen des Klubs waren: die ungelöste Deutschland-Frage, die Studentenunruhen, Berlin- und Deutschlandpolitik, sowie auch das aktuelle Weltgeschehen – immer mit Blick auf Demokratie und Menschenrechte. Die Öffentlichkeitsarbeit und Einflussnahme bestand aus Seminaren, Tagungen in den Klubräumen, Vortragsveranstaltungen, Betreuung ehemaliger politischer Häftlinge, Treffen mit westdeutschen und ausländischen Gästen, Zusammenkünften mit den Vorständen anderer Vereine, Pressegesprächen, Gesprächskreisen mit Berliner Bezirkspolitikern, Schülergruppen und Berliner Unternehmen. Auch durch verschiedene Publikationen in Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Interviews in Rundfunk und Fernsehen, der Klubeigenen Zeitschrift („Bürger und Wirtschaft“, später „dk-forum“), Informationsblättern (z.B.: „dk-Informationen“) und Flugblättern traten die Mitglieder des Demokratischen Klubs an die Öffentlichkeit.
Mit Beginn des Jahres 2010 zeichnete sich eine schrittweise Auflösung des Klubs ab. Auf der letzten Mitgliederversammlung am 24. August 2011 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen. Ende des Jahres 2011 ging das Restvermögen des Vereins als Spende zu gleichen Teilen an den Bund der Stalinistisch Verfolgten e. V. und die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V. über.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der B Rep. 232-44 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Bitte beachten Sie, dass einige Akten aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt sind.


Verein „Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V.“

Gedenkveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Antikriegstag mit einer symbolischen Grundsteinlegung für ein „Aktives Museum“, 1. September 1989, F Rep. 290 Nr. 0308396,
Foto: Ingeborg Lommatzsch

Das Aktive Museum Faschismus und Widerstand ist aus einer Bürgerinitiative hervorgegangen, die an den 45. Jahrestag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten erinnerte. Die Vereinsgründung erfolgte im Juni 1983 um über den Jahrestag hinaus eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus anzuregen. Gründungsvorsitzender war der Historiker Gerhard Schoenberner (1931-2012).

Bereits in dieser Zeit erfolgte die Auseinandersetzung mit dem Gelände an der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße, auf dem verschiedene Terrororganisationen des Dritten Reichs, insbesondere das Reichssicherheitshauptamt, angesiedelt waren. Die sich Ende der 1990er Jahre abzeichnende Gründung der Stiftung „Topographie des Terrors“ bedeutete eine Neuorientierung für den Verein. Zukünftig sollten – neben der Arbeit als Förderverein der Topographie – Ausstellungen sowie die Dokumentation, Erhaltung und Aufstellung von Gedenktafeln in den Vordergrund treten. Die institutionelle Förderung durch den Senat von Berlin ermöglichte seit 1990 viele Projekte des Aktiven Museums, das sich in der Folgezeit für Ost-Berliner Mitglieder öffnete und seine Tätigkeit nun auf die gesamte Stadt ausdehnte.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der B Rep. 232-33 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für Handel und Gewerbe

Verordnung der Barbier- Friseur und Perückenmacher-Innung zu Berlin von 1906, A-Rep. 016-1263

Die Überlieferung der „Deputation für Handel und Gewerbe“ des Magistrats der Stadt Berlin ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 3002 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1845-1923; einzelne Dokumente datieren zurück bis 1641 bzw. reichen bis 1935.

Neben zahlreichen Sachakten zur Aufsicht des Magistrats über die freien und Zwangsinnungen und die Ausführung der gewerbegesetzlichen Bestimmungen sind umfangreich Spezialakten zu den einzelnen Gewerken und Innungen A – Z (Apotheker – Zuckerfabrikanten) überliefert, die z. T. noch bis in das 17. Jahrhundert zurückgehende Überlieferungsteile enthalten. In Einzelfällen sind auch Unterlagen aus den Innungsregistraturen, wie Meisterbücher und Privilegien, vorhanden.

Mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Preußen im Jahre 1810 wurde der Zunftzwang aufgehoben, doch durften die Zünfte als Gemeinschaft auf der Grundlage der ihnen erteilten Privilegien fortbestehen. Die unmittelbare Aufsicht über Verfassung und innere Angelegenheiten der Zünfte sowie die Entscheidung von Streitfällen stand dem Magistrat zu. Zunächst nahm der Magistrat diese Aufgaben im Plenum wahr, doch nach der Vorschrift der Allgemeinen Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845 wurde eine Abteilung für Gewerbeangelegenheiten (ab 1846: Abteilung für Gewerbe- und Niederlassungssachen) gebildet. Nach dem Gemeindebeschluss vom 25. September 1879 wurde die Gewerbedeputation des Magistrats begründet, die aus fünf (später acht) Magistratsmitgliedern und jeweils der doppelten Anzahl von Stadtverordneten und Bürgerdeputierten zusammengesetzt war. Ihr oblag vor allem die Aufsicht über die Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen, die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung, die Erteilung von Konzessionen sowie die Aufsicht über gewerbliche Stiftungen. Ein ähnliches Aufgabenprofil behielt die Deputation für Handel und Gewerbe auch nach 1920. Im April 1933 wurde die Deputation zur Wirtschaftsdeputation mit den Aufgabengebieten Handel, Gewerbe, Marktwesen und Landwirtschaft umgewandelt, aus der im Juni 1934 das Wirtschaftsamt der Stadt Berlin (Stadtwirtschaftsamt) entstand.

Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der A Rep. 016 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO)

Ankaufwagen für Altstoffe des VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO)

Ankaufwagen für Altstoffe des VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO)

Die Überlieferung des Volkseigenen Kombinates Sekundärrohstofferfassung ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 804 Akten. Die Archivalien dokumentieren den Zeitraum von 1956 – 1994.

Das VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung wurde 1981 als Nachfolgeorganisation der VVB Altrohstoffe gegründet. Die grundsätzlichen Aufgaben bestanden in der Erfassung und Aufbereitung von nichtmetallischen und metallischen Altrohstoffen sowohl aus allen Bereichen der DDR-Volkswirtschaft als auch aus der Bevölkerung. Der Archivbestand enthält Unterlagen zu den Volkswirtschaftsplänen und Jahresabschlüssen, Protokolle von Dienstberatungen, Geschäftsberichte und Verträge sowie weitere Grundsatzdokumente des Kombinates. Ein großer Teil der Akten umfasst die internationale Zusammenarbeit, die Zusammenarbeit mit volkseigenen Betrieben der DDR sowie Vorschriften des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes. Weiterhin finden sich in der Überlieferung zahlreiche Dokumente im Zusammenhang der Berichterstattung, Anleitung und Kontrolle zu den 16 VEB Sekundärrohstofferfassung der Bezirke der DDR. Einen weiteren wichtigen Anteil haben die Forschungsberichte zur Verbesserung der Verwertung und Aufbereitung von Sekundärrohstoffen, sowie die Forschung nach modernen Technologien.
Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der C Rep. 759 VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Entwicklungsdaten zum VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO)

  • 10.12.1949 – 31.12.1949 Fachkontor Altrohstoffe bei der Deutsche Handelszentrale (DHZ)
  • 01.01.1950 – 31.12.1952 DHZ Innere Reserven
  • 01.01.1953 – 31.12.1953 DHZ Altstoffe
  • 01.01.1954 – 31.12.1956 VVB Rohstoffreserve
  • 01.01.1957 – 30.05.1958 Ministerium für Leichtindustrie, Hauptabteilung Altstoffe
  • 01.06.1958 – 31.12.1963 Staatliches Kontor für Maschinen- und Materialreserven
  • 01.01.1964 – 31.12.1971 Staatliches Kontor für nichtmetallische Rohstoffreserven
  • 01.01.1972 – 31.12.1980 VVB Altrohstoffe
  • 01.01.1981 – 31.05.1990 VE Kombinat Sekundärrohstofferfassung
  • 01.06.1990 – 30.06.1991 SERO – Recycling GmbH Berlin

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) – Westberliner Kreisleitungen

SED-Kreisleitung Kreuzberg, Berichte über IG-Versammlungen, 1955

SED-Kreisleitung Kreuzberg, Berichte über IG-Versammlungen, 1955

Die Aktenüberlieferung der zwölf Kreisleitungen der SED in den Westsektoren ist nun vollständig erschlossen.

Die am 14. April 1946 gegründete „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands für Groß-Berlin“ wurde am 28. Mai auch in den Berliner Westsektoren zugelassen. Die Grund- und Kreisorganisationen unterstanden dem im Ostteil der Stadt ansässigen Parteivorstand bzw. der Bezirksleitung Berlin der SED. Die vollständige Identifikation der Westberliner SED mit der DDR und die staatsrechtliche Stellung von Berlin (West) boten allerdings keine günstigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Parteiarbeit und Ende der 1950er Jahre setzte ein Separierungsprozess der Westberliner Kreisorganisationen ein. Am 26. April 1959 wurde zunächst eine eigene Westberliner Leitung gewählt; am 24. November 1962 trennte man sich mit der Annahme eines eigenen Statuts auch organisatorisch und gab sich den Namen „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Westberlin“ (SED-W). Seit einem außerordentlichen Parteitag am 15. Februar 1969 führte diese Partei den Namen „Sozialistische Einheitspartei Westberlins“ (SEW). Die Überlieferung beginnt 1946 und reicht bis in die 1960er Jahre. Protokolle von Kreisdelegiertenkonferenzen, Kreisleitungssitzungen, Kreisparteiaktivtagungen, Treffen der Betriebsräte und anderen Versammlungen und Konferenzen bilden den Schwerpunkt der Überlieferung. Darüber hinaus sind Berichte, Einschätzungen und Analysen der Kreisleitungen vorhanden, u. a. zur Situation in vielen Westberliner Großbetrieben. Zur Parteiarbeit und -organisation geben Akten der Kreisparteikontrollkommissionen und der Kreisrevisionskommission Auskunft.
Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter C Rep. 903-02-22 ff. Sozialistische Einheitspartei Deutschlands SED – Westberlin, Kreisleitungen im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Logo der Wissenschaftlichen Gesellschaft für VeterinärmedizinWissenschaftliche Gesellschaft für Veterinärmedizin der DDR

Die Überlieferung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Veterinärmedizin der DDR ist nun vollständig erschlossen.

Abbildung aus dem Monatsheft für Veterinärmedizin

Abbildung aus dem Monatsheft für Veterinärmedizin

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Veterinärmedizin der DDR (WGV) wurde als Fachvereinigung von Tierärzten, Veterinäringenieuren und Veterinärtechnikern 1954 in Berlin gegründet. Zu ihren Aufgaben zählte die WGV, die wissenschaftliche Arbeit und den Meinungsaustausch auf den Gebieten der Veterinärmedizin und deren Anwendung in der Praxis zu fördern. Diese Aufgaben erfüllte sie mit der Durchführung von Tagungen und der Organisation von Fortbildungen in der ganzen DDR und durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen und tierärztlichen Gesellschaften des Auslandes. Offizielles Publikationsorgan der WGV waren die Monatshefte für Veterinärmedizin. In ihrem Gründungsjahr hatte die WGV 450 Mitgliedern, bis zur Auflösung der WGV im Jahr 1990, stieg die Zahl der Mitglieder auf ca. 4.700 an.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der C Rep. 060-50 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Magistrat der Stadt Berlin, Stadtwirtschaftsamt/Stadtbetriebsamt

Konstruktionsplan einer Anschlagssäule der Berliner Anschlag- und Reklamewesen GmbH (Berek)

Konstruktionsplan einer Anschlagssäule der Berliner Anschlag- und Reklamewesen GmbH (Berek)

Die Aktenüberlieferung des „Stadtwirtschaftsamtes/
Stadtbetriebsamtes“ des Magistrats der Stadt Berlin ist nun vollständig erschlossen. Sie umfasst 282 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1923 bis 1948.

Im Zuge der Neugliederung der Hauptverwaltung wurde mit Wirkung vom 1. April 1938 das Stadtwirtschaftsamt neu gebildet. Es hatte die Aufsicht über die Berliner städtischen Betriebe und Gesellschaften. Zum Aufgabenkreis gehörten auch das Beschaffungswesen sowie die Förderung der nichtstädtischen Wirtschaft. Durch die Verfügung vom 31. August 1939 wurde das Stadtwirtschaftsamt in Stadtbetriebsamt umbenannt, ohne seine Zuständigkeit zu ändern.
Sie finden das Findbuch mit Vorwort unter der A Rep. 015 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren.


Die Überlieferung des Unternehmensbestandes
„Eltz KG“ ist nun vollständig erschlossen.

Schiffsfenstermodell, Industriefoto der Eltz KG

Schiffsfenstermodell, Industriefoto der Eltz KG

Sie umfasst 1876 Akten und viele Baupläne. Die Archivalien dokumentieren den Zeitraum von 1899 – 2012
Aus einer 1889 in Berlin-Grünau gegründeten Klempnerei entwickelte sich bis in die 1920er Jahre ein Spezialbetrieb für Boots- und Schiffszubehör. Bereits damals experimentierte man mit der Leichtmetalllegierung Aluminium und lieferte im Ersten Weltkrieg Ersatzteile für die Luftschiffe und Flugzeuge an Rüstungsbetriebe. Bis Ende der 1940er Jahre konzentrierte sich die Produktion des Familienunternehmens auf Zulieferprodukte für den Schiffsbau. Danach wurde die Angebotspalette mit Bauelementen aus Aluminium für den Hochbau wesentlich erweitert.

Aluminiumfenster der Eltz KG prägten das Aussehen des Dienstgebäudes des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR (1967-1990), Abriss 1995/96

Aluminiumfenster der Eltz KG prägten
das Aussehen des Dienstgebäudes des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR (1967-1990), Abriss 1995/96

Aluminiumfenster und Aluminiumfassaden prägten nun das Produktionsprofil der Firma mit. 1959 wurde der DDR-Staat Kommanditist im Unternehmen, wodurch Elemente sozialistischer Betriebsführung übernommen werden mussten. 1960 errichtete die Eltz KG einen neuen Unternehmensstandort in Berlin-Adlershof. Ab 1981 führte der Betrieb den Namen „VEB Leichtmetallbau Berlin“. Durch die Beteiligung an vielen prominenten Bauprojekten in Ost-Berlin, in der DDR und im vorwiegend osteuropäischen Ausland prägten Produkte der Eltz KG die Gestalt vieler Gebäude, z. B. Palast der Republik, Berliner Dom, Semperoper in Dresden, Berliner Charité – bis hin zum Moskauer Kaufhaus GUM. Nach der Wende wurde das Familienunternehmen als erster Betrieb in Berlin am 01. April 1990 an die Eigentümerfamilie rückübertragen, die die Produktion als „Eltz Berlin GmbH & Co. Aluminiumfenster und –fassadenbau“ fortführte.

Sie finden das Findbuch mit ausführlichem Vorwort unter der
C Rep. 250-01-27 im Findmittelraum oder online als pdf-Datei in der elektronischen Beständeübersicht; die Datensätze sind in der Augias-Datenbank zu recherchieren. Bei Interesse an den Karten und Plänen wenden Sie sich bitte an unsere Kartenabteilung.


Die Aktenüberlieferung der „Bezirkskommission für
Unterhaltungskunst Berlin“ ist nun vollständig erschlossen.

Antrag des Schauspielers Wolfgang Dehler, 1983

Antrag des Schauspielers Wolfgang Dehler, 1983

Sie umfasst 695 Akten und dokumentiert den Zeitraum von 1958-1990.
Die „Bezirkskommissionen für Unterhaltungskunst“ waren in der DDR Einstufungskommissionen, die nach einer Prüfung über die staatliche Erlaubnis für Künstlerinnen und Künstler für öffentliche Auftritte befanden. Offiziell waren die „Einstufungen“ eine Einschätzung der künstlerischen Qualität der Akteure, sie dienten jedoch auch der Disziplinierung und Beaufsichtigung. In der Regel durften ohne diese Erlaubnis keine öffentlichen Auftritte bestritten werden; der Entzug der Erlaubnis kam einem Berufsverbot gleich. Der bei der Bezirkskommission für Unterhaltungskunst Berlin bestehenden „Ständigen Arbeitsgruppe für Aus- und Weiterbildung“ oblag u. a. die Zulassung und Einstufung nach Leistungshonorar von Künstlerinnen und Künstlern sehr unterschiedlicher Sparten (u. a. Sänger, Schauspieler, Moderatoren, Sprecher, Rezitatoren, Artisten, Magier, Komiker, Musiker, Models in Modenschauen, Tänzer, Puppenspieler, Discjockeys), einschließlich des mit ihnen zusammen arbeitenden technischen Personals. Im Rahmen dieser Aufgabe entstanden zu einzelnen Künstlern oder auch zu Bands oder Ensembles die vorliegenden Akten.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Akten auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt (z. B. 100 Jahre nach Geburtsdatum, 10 Jahre nach Todesdatum). Deswegen erfolgt auch kein Ausdruck eines detaillierten Findbuches. Bitte wenden Sie sich bei einem Benutzungsanliegen an unser Fachpersonal im Lesesaal.