Innungsbücher der Tischler
im Landesarchiv Berlin

Obermeister Frank Michael Niehus und Innungs-Geschäftsführer Sebastian Bobinski ,Foto: Regina Rousavy

Obermeister Frank Michael Niehus und Innungs-Geschäftsführer Sebastian Bobinski, Foto: Regina Rousavy

Am 4. Dezember 2017 übergab Innungsbücher der Tischler im Landesarchiv Berlinder Vorstand der Tischler-Innung Berlin dem Landesarchiv eine Reihe von Innungsbüchern aus dem Zeitraum von 1854 bis 1937. Bei den insgesamt 27 Bänden handelt es sich überwiegend um Lehrlingsrollen, die nicht nur über die Tätigkeit der Altberliner Innung, sondern auch die der Handwerkerkollegen in Spandau, Rixdorf, Britz, Steglitz, Köpenick und Charlottenburg Zeugnis ablegen. Obermeister Frank Michael Niehus und Innungs-Geschäftsführer Sebastian Bobinski überzeugten sich anlässlich der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages persönlich von der sicheren Einlagerung der Bücher in den Magazinen unseres Hauses. Insgesamt verfügt das Landesarchiv nunmehr über Archivbestände von 19 Berliner Handwerksinnungen, die – in Korrespondenz mit den Archivalien der Gewerbedeputation des Magistrats und anderer städtischer und staatlicher Aufsichtsbehörden – ein beachtliches Quellenspektrum zu Geschichte des Berliner Handwerks, v.a. für den Zeitraum vom 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, bieten. Hinzu kommen zahlreiche personengeschichtliche Dokumente, wie Testamente, Bürgerbriefe, Lehr- und Meisterbriefe oder auch polizeiliche Überwachungsakten, die Einblicke in die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten sowie auch das politische Engagement dieser Bevölkerungsschicht für die bürgerliche Demokratie wiederspiegeln.

Die Archivalien der Tischler-Innung sind unter der Repositur A Rep. 234-19 bereits für Forschende zugänglich. Weiterführende konservatorische Sicherungsmaßnahmen sind auf längere Sicht geplant.