Einwohnermeldekartei

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Das Landesarchiv Berlin verwahrt die nach der Spaltung der Stadt im Westteil rekonstruierte Berliner Einwohnermeldekartei von 1875 bis 1948 für Gesamtberlin und bis 1960 für Berlin (West).

Sie ist ein unverzichtbares Hilfsmittel bei familienkundlichen Fragen zu Personen, die in diesem Zeitraum in Berlin gewohnt haben. Wenngleich lückenhaft, ist die Kartei mit ca. 2,8 Mio Einträgen sehr umfangreich. Außerdem enthält sie umfassendere Angaben zu Einwohnern als die gedruckten Adressbücher der Stadt (siehe Digitale Sammlung Berliner Adress- und Telefonbücher der ZLB), darunter in vielen Fällen Registernummern von standesamtlichen Vorgängen.

Die zentrale Einwohnermeldekartei Berlin war 1943 durch einen schweren Bombenangriff, der u. a. das Gebäude des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz betraf, stark beschädigt worden. Ende der 1940er Jahre begann der Neuaufbau der Meldeunterlagen, der jedoch durch die unterschiedlichen Kriegsbeschädigungen der zuliefernden Polizeidienststellen sowie die einsetzende administrative Spaltung der Stadt unvollständig bleiben musste. Reformen des Westberliner Melderechts sowie die einsetzende Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung führten zum Auslaufen der Karteiüberlieferung um 1960. 1989 wurde die EMK in das Landesarchiv Berlin überführt.

Die Sortierreihenfolge der Karten folgt nicht strikt dem Alphabet, sondern wird durch ein phonetisches Prinzip bestimmt. So stehen ähnlich klingende Namen, wie Müller und Miler, Ehlert und Oehlerdt immer zusammen. Innerhalb dieser Namensordnung wird dann weiter nach Männern, verwitweten Frauen und ledigen Frauen unterschieden. Mitglieder einer Familie, sofern sie den gleichen Familiennamen trugen und gemeinsam wohnten, sind in der Regel auf der Karte des Vaters (Ehemannes) verzeichnet. Aufgrund derartiger Ordnungsprobleme gestalten sich die Recherchen häufig sehr aufwändig. Weitere Auskünfte zu dieser archivalischen Quelle können Sie Menü unter dem Suchbegriff B Rep. 021 Einwohnermeldeamt in unserer Online-Beständeübersicht abrufen.

Aus bestands- und datenschutzrechtlichen Gründen ist eine Benutzung durch Dritte ausgeschlossen. Gleichwohl erteilt Ihnen das Landesarchiv Berlin bei nachgewiesenem Interesse hieraus gerne Auskünfte. Dafür ist ein Antrag erforderlich, dessen Formular Sie hier abrufen können:

EMK-Antragsformular (PDF) | EMK-Antragsformular (PDF; english version)

Die schriftliche Auskunft aus der Einwohnermeldekartei ist gemäß Landesarchiv-Benutzungsordnung / Gebühren- und Auslagenverzeichnis kostenpflichtig (10,- € pro gesuchter Person).