Ausstellung Architektur auf Glas

Kreuzung der Eisenbahnbrücke und Hochbahnbrücke über den Landwehrkanal (Berlin-Kreuzberg), um 1921-1923, Otto Hagemann, Glasplattennegativ 18 x 24 cm Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-01-30 Nr. 59

Kreuzung der Eisenbahnbrücke und Hochbahnbrücke über den Landwehrkanal (Berlin-Kreuzberg), um 1921-1923, Otto Hagemann, Glasplattennegativ 18 x 24 cm, Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-01-30 Nr. 59

Fotografien von Otto Hagemann (21. Okt. 2016 bis 26. Febr. 2017)

Das Landesarchiv Berlin präsentiert im Rahmen des 7. Europäischen Monats der Fotografie eine Auswahl aus dem vier Jahrzehnte umfassenden Werk des Architekturfotografen Otto Hagemann (1884 – 1974). Seine zwischen 1905 und 1960 entstandenen Aufnahmen entfalten ein von altdeutscher Vorkriegsszenerie bis zur Nachkriegsmoderne in West-Berlin reichendes Spektrum. Neben den Fotografen Arthur Köster und Max Krajewsky ist er einer der Chronisten des Neuen Bauens. Otto Hagemann zählt damit – weit über Berlin hinaus – zu den großen deutschen Architekturfotografen.

Auf Reisen für die Staatliche Bildstelle zwischen 1921 und 1932 fixierte Hagemann die Formensprache gotischer Kathedralen, Schlösser und Ordensburgen in Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Mecklenburg oder dem Rheinland. Nach seiner Entlassung 1932/33 zählten zu Hagemanns Auftraggebern große Berliner Wohnungsbaugesellschaften, etwa die Gemeinnützige Heimstätten- Spar- und Bauaktiengesellschaft (GEHAG) oder die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) und die Architekten Max und Bruno Taut, deren Arbeiten und Modelle er als „Hausfotograf“ ablichtete.

Die meisten Aufnahmen entstanden mit einer 18 x 24 cm Plattenkamera, die nur mit Stativ genutzt werden konnte. Bei den Negativen handelte es sich um beschichtete Glasplatten. Hagemanns Bildstil, dem man die Herkunft aus den Standards der preußischen Photogrammetrie ansieht, zeichnete sich zunehmend durch moderne fotografische Ästhetik aus. Mit der Kamera erfasste er den Rhythmus der Fassaden und die Harmonie der Baukörper. Er verband hohe technische Qualität mit künstlerischer Freiheit, in dem er Licht, Schatten und Spiegelungen gestalterisch einsetzte.

Ohne moderne Reproduktionsverfahren wäre die Werkschau des Landesarchivs nicht möglich gewesen. Einige der geschädigten Glasnegative konnten nur dank digitaler Technik wieder sichtbar gemacht werden. Auch auf diese Sicherung von Kulturgut will die Ausstellung hinweisen.

Führungen durch die Ausstellung
finden am 10. Januar 2017 und 14. Februar 2017
Jeweils um 14 Uhr statt.
Treffpunkt: Foyer des Landesarchivs. Voranmeldungen richten Sie bitte an info@landesarchiv.berlin.de oder telefonisch unter 030/90264-0.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Ausstellungsflyer.